Der Umzug in eine größere Wohnung oder in ein besseres Viertel mag den Eltern als Segen für ihre Kinder erscheinen - dabei kann genau das Gegenteil der Fall sein. Wie eine am Boston College http://bc.edu durchgeführte Studie gezeigt hat, führt jeder Wohnortwechsel beim Nachwuchs zumindest zu kurzfristigen Problemen. In kritischen Phasen kann der Umzug sogar weitreichendere Auswirkungen haben.

pte. 
 
Symbolbild von Lichtbild Austria / pixelio.de
 

"Umzüge sowohl während der frühen als auch in der Mitte der Kindheit stehen im Zusammenhang mit einer Abnahme der sozialen Kompetenzen der Kinder und einer Zunahme von emotionalen und Verhaltensproblemen und diese Effekte bleiben über Jahre hinweg aufrecht", warnt Studienleiterin Rebekah Levine Coley. Wenn der Umzug erst später stattfindet und die Kinder bereits in der Schule sind, lassen sich kurzfristige negative Konsequenzen auf die Rechen- und Lesefähigkeiten beobachten.

Die Forscherin und ihre Kollegin Melissa Kull begleiteten über 19.000 amerikanische Kindergartenkinder bis zu ihrem achten Schuljahr. Je öfter ein Kind umziehen und die Schule wechseln musste, desto stärker wurden die Beeinträchtigungen der Kinder. Der Schulwechsel hat dabei einen größeren Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten der Kinder, als wenn nur der Wohnort gewechselt wird und die Kinder in der selben Schule verbleiben.

Gesetzgeber und Schulen gefordert

"Während die unsicheren Arbeitsverhältnisse und die hohen Mietpreise Familien destabilisieren, müssen Gesetzgeber, Schulleiter und Lehrer Strategien entwickeln, um die Störungen auszugleichen, die ein Wohnort- und Schulwechsel auf die Bildung der Kinder und ihre gesunde Entwicklung hat", wünscht sich Kull abschließend.

Kommentare

Avatar
Sicherheitscode