Eine parlamentarische Initiative aus einer Ständeratskommission mit dem Titel «Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung», welche die Abschaffung der Besteuerung des Eigenmietwertes vorschlägt, schien zunächst auf breite Unterstützung zählen zu können. Gegen einen solchen Systemwechsel ausgesprochen hat sich sodann aber die Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren. Nun schwappt die im Bundesparlament hängige Vorlage über auf Diskussionen unter Kandidierenden für die Nationalratswahlen im Oktober 2019.

von Rémy Wyssmann, Kantonsrat, Gemeinderat und Nationalratskandidat

So hat beispielsweise Diana Stärkle aus Egerkingen mit ihrem äusserst begrüssenswerten Gedankenanstoss eine rege Diskussion ausgelöst. Im Wesentlichen spricht sie sich für eine stufenweise Herabsetzung der Besteuerung abhängig von der Besitzes-Dauer des Wohneigentums und/oder des Alters des Wohneigentümers aus, so dass auf eine Abschaffung der Eigenmietwertbesteuerung verzichtet werden könne.

Anders als meine Parteikollegin, plädiere ich aber klar für die Abschaffung des Eigenmietwertes, wobei konsequenterweise auch die nicht erwerbsrelevanten Abzugsmöglichkeiten abgeschafft werden müssten. Als Eigentümer einer Geschäfts- sowie einer Wohnliegenschaft und damit Hauseigentümer und KMU, interessiert mich die Thematik natürlich sowieso und ich verfolge den diesbezüglichen politischen Prozess sorgfältig.

Das Steuerrecht ist heute bereits sehr kompliziert. Die von meiner Kollegin vorgeschlagenen Lösungsansätze würden alles noch komplizierter machen. Hingegen würde die von mir bevorzugte Lösung zu einer wesentlichen Vereinfachung des Steuersystems führen, wodurch neben den Bürgerinnen und Bürgern auch die Steuerverwaltung entlastet würde. Einfacher ist besser! Damit würden auch falsche Anreizmechanismen hinsichtlich der Verschuldung beseitigt werden. Im internationalen Vergleich ist die Verschuldung privater Haushalte in der Schweiz nämlich hoch.

Hauseigentümer aber, welche ihr Leben lang hart gearbeitet und die Hypothekarschulden abbezahlt haben, sollen im Alter nicht länger durch eine hohe Eigenmietwertbesteuerung ohne grosse Abzugsmöglichkeiten belastet sein. Wer arbeitet und spart, soll nicht mehr weiter bestraft werden! Dafür werde ich mich auch weiterhin hartnäckig einsetzen; auch im Nationalrat.

 

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