Cannabis ist in ganz Europa weiterhin illegal. Die Schweiz ist da keine Ausnahme. Selbst in Ländern wie Portugal, Spanien und Holland ist Marihuana nicht legal. Allerdings herrscht dort eine wesentlich lockerere Haltung gegenüber der Droge. Die Lage ist für Konsumenten um einiges besser. Eine solche Haltung könnte in Zukunft auch in der Schweiz vorliegen. Schliesslich lässt es sich nicht leugnen, dass es auch hierzulande viele Konsumenten gibt. Die meisten davon müssen sich Marihuana aber nach wie vor auf illegalem Wege beschaffen. Lediglich zu medizinischen Zwecken ist Cannabis weitgehend freigegeben. Wobei es auch hier noch Einschränkungen gibt.

Martina Gloor

Dennoch sprechen bereits jetzt viele von einem Comeback der Cannabismedizin. Diese Einstellung ist zwar etwas optimistisch, jedoch keineswegs verkehrt. Es ist davon auszugehen, dass Marihuana in der Medizin eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Das ist aufgrund der zahlreichen gesundheitlichen Vorteile eigentlich nicht verwunderlich. Es gibt sogar Statistiken, die beweisen, dass Marihuana Diabetes vorbeugt. Doch das ist nur ein Beispiel. Am besten wir werfen einfach einen Blick auf die aktuelle Lage in der Schweiz.

Was in der Schweiz erlaubt und was verboten ist

Die Situation in der Schweiz ist lockerer als beispielsweise in Deutschland. Hanfprodukte, die weniger als 1 Prozent THC enthalten, gelten als legal. Das gilt sowohl für den Erwerb als auch Verkauf. Der Anbau und Verkauf unterliegen jedoch strengen Vorschriften. Cannabis mit einem höheren THC-Gehalt ist ohnehin verboten. Legal ist Marihuana in der Schweiz also keineswegs. Problematisch ist der Konsum aber in der Regel nicht. Er wird meist nur mit einer relativ geringen Geldbusse geahndet. Ausserdem ist der Besitz von geringen Mengen (in der Regel bis zu 10 Gramm) straffrei. Es gibt jedoch kantonale Unterschiede. Es ist daher sinnvoll sich über die Lage in seinem Kanton zu informieren, bevor man beispielsweise Hanfsamen online erwirbt. Während in einem Kanton das Ganze unproblematisch ist, kann die Rechtslage in einem anderen Kanton kritischer sein. Konsumenten, die Hanfsamen zum Eigenbedarf erwerben, werden in der Schweiz nicht unbedingt gezielt verfolgt. Darauf sollte man sich jedoch keineswegs verlassen. Die rechtliche Situation ist seit dem 1. Juli 2011 aber deutlich lockerer.

Wie in der Schweiz die Chancen auf eine Legalisierung stehen

Die Schweiz hat relativ moderne Drogengesetze. Zumindest im Vergleich zu einigen anderen europäischen Staaten. Im Bezug auf Cannabis wurde vieles entkriminalisiert. Konsumenten müssen in der Regel nicht mehr mit Strafverfolgung rechnen, sondern müssen höchstens eine Geldstrafe zahlen. Ausserdem hat sich eine legale Hanfbranche entwickelt. Es gibt sogar Zigaretten mit Cannabis. Jedoch darf deren THC-Gehalt nicht über 1 Prozent liegen. Sie sind damit nicht für eine Berauschung geeignet.

Im Grunde ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren noch weitere Liberalisierungsschritte unternommen werden. Das würde nicht nur die Konsumenten, sondern auch die legale Hanfbranche entlasten. Schliesslich wäre das Potential eines komplett liberalisierten Schweizer Markts enorm. Das Gesamtpotential würde etwa bei knapp 3 Milliarden Franken liegen. Das ist ein erheblicher Unterschied zu den circa 60 Millionen im CBD-Bereich. Ganz zu schweigen davon, dass auch in der Schweiz die Stimmen für eine Legalisierung immer lauter werden. Es könnte also schon bald auf eine Legalisierung hinauslaufen.

 

Symbolbild von Susanne Schmich / pixelio.de