Wegen Verletzung der Investorenrechte im Zusammenhang mit der Zwangsübernahme der Ameropa-Anteile an der russischen Chemiefabrik Togliattiazot durch Uralchem fordert Andreas Zivy, Verwaltungsratspräsident der Ameropa Holding, ein internationales Schiedsgericht.

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Andreas Zivy (Foto: Ameropa AG)

Andreas Zivy erklärte, dass der Druck auf die Aktionäre ihre Anteile an Togliattiazot drastisch unter dem tatsächlichen Wert abzugeben laufend ansteige. Weiter führte er aus, dass entlastende Fakten seitens Ameropa von russischen Richtern stets missachtet würden und dass es nicht sein dürfe, dass die Rechtssicherheit von ausländischen Investoren in Russland durch einzelne Oligarchen beschnitten würde.

Das in Binningen ansässige Agrarhandelsunternehmen Ameropa hält eine Minderheitsbeteiligung am russischen Ammonium-Produzenten Togliattiazot, welche die von Dmitry Mazepin kontrollierte Uralchem sich aneignen möchte.

Hauptsitz der Ameropa AG in Binningen (BL) / Foto: Ameropa AG

Als russische Gerichte die Ameropa-Anteile an Togliattiazot und fällige Dividendenzahlungen unter undurchsichtigen Gründen beschlagnahmten, hat Ameropa im Oktober 2015 eine offizielle Beschwerde in Russland eingereicht, unter Bezugnahme auf das Investitionsschutzabkommen Schweiz-Russland (ISA).

Das Abkommen sieht eine sechsmonatige Frist für Vermittlungsgespräche vor und obwohl Ameropa auch mit Unterstützung der schweizerischen Behörden mehrfach das Gespräch suchte, verschloss man sich einem Dialog seitens Russland.

Aus diesem Grund drängen Andreas Zivy und Ameropa nun auf ein internationales Schiedsgericht, welches abschliessend entscheiden soll. Diese Vorgehensweise wurde im Investitionsschutzabkommen Schweiz-Russland spezifisch für solche Fälle vorgesehen.